Was ist besser: Wasserspender mit Festwasseranschluss oder mit Wassertank?

Festwasseranschluss und Nachfülltank im ehrlichen Vergleich: Arbeitszeit, Hygiene, Nutzung und Kosten.

Beim Wasserpreis nehmen sich beide nichts, denn in beiden Fällen kommt das Wasser aus der Leitung und kostet rund 0,5 Cent pro Liter. Der Unterschied liegt woanders: Der Tank muss von Hand befüllt, geleert und gereinigt werden. Der Festwasseranschluss kostet einmalig Installation und danach niemanden Arbeitszeit.

Was ein Tankgerät ist

Ein Wasserspender mit Wassertank hat einen Behälter im Gerät, den jemand aus der Leitung befüllt. Das Gerät filtert, kühlt und zapft. Es braucht nur eine Steckdose, keinen Wasseranschluss und keinen Handwerker. Das ist etwas anderes als ein Gallonenspender, bei dem gelieferte Flaschen mit 11,4 oder 18,9 Litern aufgesetzt werden. Beim Gallonengerät kaufen Sie abgefülltes Wasser für 40 bis 50 Cent pro Liter. Beim Tankgerät zahlen Sie nur Leitungswasser. Genau deshalb ist der Vergleich zwischen Tank und Festanschluss ein anderer als der zwischen Gallone und Festanschluss. Am Wasserpreis entscheidet sich hier nichts.

Der direkte Vergleich

KriteriumFestwasseranschlussNachfülltank
Wasserpreis pro Literrund 0,5 Centrund 0,5 Cent
Nachfüllenentfälltmehrmals täglich von Hand
Verfügbarkeitunbegrenztendet mit dem Tankinhalt
Standortan der Leitungfrei, nur Steckdose
Installationeinmalig, Fachbetriebkeine
Umzug des Gerätsnur mit neuem Anschlussjederzeit
Hygieneverantwortungbeim Anbieter, im Mietmodellbei Ihnen
SprudelwasserStandardnur bei wenigen Modellen

Die versteckten Kosten des Nachfüllens

Das Tankgerät wirkt kostenlos im Betrieb. Das stimmt beim Wasser – und stimmt nicht bei der Arbeitszeit. Zehn Personen trinken rund 15 Liter am Arbeitstag. Diese 15 Liter trägt jemand von Hand zum Gerät. Jeden Tag.

Marktübliche Nachfülltanks fassen 3,5 bis 7 Liter; professionelle Auftischgeräte liegen bei etwa 4,5 Litern. Die oft genannten 11,4 und 18,9 Liter sind Gallonen, also gelieferte Flaschen, und keine Tanks zum Selbstbefüllen.

TankgrößeFüllungen pro TagWege pro Woche
4,5 Liter, marktüblich3 bis 4rund 17
7 Liter, oberes Enderund 2rund 11

Realistisch liegt der Aufwand bei fünf bis zehn Minuten am Tag, je nach Entfernung zur Spüle. Das sind 1,8 bis 3,5 Stunden im Monat, beim Mindestlohn von 13,90 € also 25 bis 49 €. Die Reinigung kommt mit rund 15 € dazu. Zusammen liegen Sie bei 40 bis 64 € im Monat, bevor das Gerät selbst bezahlt ist. Eine Mietanlage am Festwasseranschluss startet bei 79 € im Monat, inklusive Wartung, Filterwechsel und Hygienenachweis.

Bei dreißig Personen kippt die Rechnung: 45 Liter am Tag bedeuten 15 bis 30 Minuten Arbeitszeit täglich, im Monat also 73 bis 146 €. Die Werte sind gerechnet, nicht gemessen. Steht die Spüle direkt daneben, liegen Sie am unteren Rand; ist der Wasserhahn zwei Räume weiter, am oberen.

Hygiene: der Punkt, der zu selten besprochen wird

Ein offener Tank mit stehendem Wasser bei Raumtemperatur verhält sich anders als eine durchströmte Leitung. Das Bayerische Staatsministerium formuliert es für Geräte mit Wassertank so: Wird das Wasser über einen längeren Zeitraum, etwa 48 Stunden, nicht genutzt, muss es ausgetauscht und der Tank gereinigt werden. Bei längeren Standzeiten steht die Reinigung des gesamten Trinkwassersystems an.

Für den Büroalltag heißt das konkret: nach jedem langen Wochenende, nach Feiertagen und nach Betriebsferien. Wer das ein paar Mal vergisst, hat kein Wasserproblem, sondern ein Biofilmproblem. Dafür braucht es eine fachgerechte Desinfektion.

Die Normenreihe DIN 6650 und die VDI 6023 regeln Materialien, Reinigungsintervalle und Prüfungen für Trinkwasseranlagen. Übliche Intervalle im Betrieb: täglich Auslauf und Tropfschale, wöchentlich die Zapfstelle desinfizieren, Filter nach Herstellerangabe oder Durchflussmenge.

Der Unterschied ist nicht, ob geputzt werden muss. Der Unterschied ist, wer es tut und wer den Nachweis führt. Im Mietmodell am Festwasseranschluss übernimmt das der Anbieter. Beim Tankgerät in der Teeküche übernimmt es die Person, die daran denkt.

Was der Tank nicht gut kann

Sprudelwasser

Karbonisierung braucht Druck und kaltes Wasser. Geräte mit Nachfülltank bieten das nur selten und meist mit kleiner Leistung.

Spitzen abfangen

Ein 4,5-Liter-Tank ist nach der Mittagspause leer. Jemand muss zur richtigen Zeit nachfüllen.

Dauerbetrieb

Ab etwa zwanzig Personen wird das Nachfüllen zur festen Aufgabe im Tagesablauf und ist keine Nebensache mehr.

Wann der Tank die richtige Wahl ist

Vier Fälle, in denen wir zum Tankgerät raten und nicht zum Anschluss:

  1. Kein Wasseranschluss in Reichweite. Wenn eine Leitung durch zwei Räume gezogen werden müsste, kann die Sanitärarbeit teurer werden als das Gerät.
  2. Mietobjekt ohne Zustimmung des Vermieters. Bauliche Eingriffe brauchen ein Ja.
  3. Wechselnde Standorte. Messestände, Baustellenbüros und Pop-up-Flächen brauchen ein Gerät, das unkompliziert umzieht.
  4. Kleine Teams bis etwa fünf Personen. Bei 7,5 Litern am Tag reichen ein bis zwei Füllungen; die feste Monatsrate einer Anlage rechnet sich noch nicht.

Ein Anbieter, der Ihnen in diesen vier Fällen trotzdem den Festanschluss verkauft, verkauft sein Sortiment und nicht Ihre Lösung.

Wann der Festwasseranschluss gewinnt

  • Dauerhafter Standort mit Kaltwasserleitung in der Nähe
  • Mehr als zehn regelmäßige Nutzer
  • Sprudelwasser gewünscht
  • Niemand im Team soll täglich nachfüllen
  • Der Hygienenachweis soll beim Anbieter liegen

Die Installation dauert am vorhandenen Anschluss in der Regel rund 90 Minuten. Ob bei Ihnen eine Leitung in Reichweite liegt, sieht man vor Ort in wenigen Minuten.

Häufige Fragen

Was ist besser, Festwasseranschluss oder Wassertank?

Bei mehr als zehn regelmäßigen Nutzern und dauerhaftem Standort der Festwasseranschluss, weil das tägliche Nachfüllen entfällt. Ohne erreichbare Leitung, bei wechselndem Standort oder in kleinen Teams das Tankgerät.

Ist ein Tankgerät günstiger?

Beim Wasser nicht, denn beide nutzen Leitungswasser für rund 0,5 Cent pro Liter. Günstiger ist die Anschaffung, weil keine Installation nötig ist. Teurer ist der laufende Aufwand fürs Befüllen und Reinigen.

Wie oft muss ein Wassertank gereinigt werden?

Stehendes Wasser sollte nach etwa 48 Stunden Nichtnutzung ausgetauscht und der Tank gereinigt werden. Im Alltag heißt das mindestens nach jedem langen Wochenende.

Kann ein Wasserspender mit Tank Sprudelwasser?

Es gibt einzelne Modelle, die Auswahl ist aber klein und die Leistung begrenzt. Für gleichbleibende Sprudelqualität ist ein Festwasseranschluss die verlässlichere Variante.

Wie groß sind die Tanks?

Marktüblich sind 3,5 bis 7 Liter. Bei zehn Personen und 15 Litern Tagesbedarf sind das drei bis vier Füllungen am Tag.

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