Im Hotel wird ein großer Teil des Wassers verschenkt, nicht verkauft. Welcome- Wasser auf dem Zimmer, Karaffen im Tagungsraum, Flaschen am Frühstücksbuffet. Dort ist jede Flasche reiner Wareneinsatz ohne Erlös. Genau deshalb rechnet sich eine Tafelwasseranlage im Hotel anders als im Restaurant. Im Restaurant schützen Sie eine Marge. Im Hotel senken Sie Kosten, die ohnehin niemand bezahlt.
Fünf Ausgabestellen, ein System
Wasser fließt im Hotel an Stellen, die selten zusammen geplant werden:
- Frühstück. Die größte Spitze des Tages, konzentriert auf zwei Stunden.
- Restaurant und Bar. Hier wird verkauft, mit Aufschlag.
- Bankett und Tagung. Karaffen auf den Tischen, meist in der Pauschale enthalten.
- Etage und Zimmer. Welcome-Wasser, Minibar, Refillstation auf dem Flur.
- Spa, Fitness und Mitarbeiterbereiche. Konstanter Grundbedarf über den Tag.
Diese Punkte lassen sich über mehrere Zapfstellen aus einem Servicevertrag abbilden. Das ist der eigentliche Unterschied zum Restaurant, wo meist eine Zapfstelle hinter dem Tresen genügt.
Wo das Wasser verschenkt wird
Auf der Getränkekarte im Restaurant bringt Wasser Deckungsbeitrag. In drei anderen Bereichen bringt es nichts, kostet aber jedes Mal. Das Zimmer.
Zwei Flaschen zur Begrüßung, bei jeder Anreise, das ganze Jahr. Kein Gast bezahlt sie separat. Die Tagungspauschale.
In Tagungsangeboten steht regelmäßig „Wasser als Büffet im Raum zum Selbstbedienen” oder „Tafelwasser am Tisch”. Der Gast zahlt einen Pauschalpreis pro Person, das Wasser darin ist Wareneinsatz ohne zusätzlichen Erlös. Je mehr getrunken wird, desto schlechter Ihre Marge auf die Pauschale. Das Frühstücksbuffet.
Beim Inklusivfrühstück gilt dasselbe. In diesen drei Bereichen ist der Wechsel auf selbst produziertes Tafelwasser eine reine Kostenentscheidung. Es gibt keine Zahlungsbereitschaft, die man durch den Wechsel gefährden könnte.
Die Frühstücksspitze bestimmt die Gerätegröße
Nicht die Tagesmenge entscheidet über die Leistungsklasse, sondern die dichteste Stunde. Zwischen sieben und neun Uhr treffen Buffetgäste, Restaurantbetrieb und die ersten Tagungspausen aufeinander. Dafür empfehlen wir die große Klasse: 90 bis 150 Liter pro Stunde.
Alles darunter liefert über den Tag genug und versagt genau dann, wenn der Speisesaal voll ist. Prüfen Sie die Auslegung an Ihrem eigenen Frühstück: Wie viele Gedecke in der dichtesten halben Stunde, und wie viel Wasser geht davon über den Tisch?
Wasser aufs Zimmer, ohne Plastik
Die Welcome-Karaffe ersetzt die Einwegflasche auf dem Zimmer. Statt zweier Flaschen mit fremdem Etikett steht eine Karaffe mit Ihrem Namen darauf. Der Ablauf ändert sich für das Housekeeping weniger, als man erwartet: Karaffe abräumen, spülen, an der Refillstation auf der Etage neu befüllen, zurückstellen.
Kein Kistenlager im Etagenoffice, kein Nachschub aus dem Keller, kein Leergut auf dem Wagen. Zwei Punkte gehören dabei geklärt, bevor Sie umstellen: Spülkapazität. Karaffen brauchen Platz in der Spülmaschine und eine feste Zuständigkeit.
Verschluss und Gästekommunikation. Manche Gäste erwarten eine versiegelte Flasche. Eine kurze Karte an der Karaffe, die erklärt, woher das Wasser kommt, beantwortet das besser als jede Diskussion an der Rezeption.
Was rechtlich zu beachten ist
Diese Regel wird im Hotel häufiger übersehen als im Restaurant, weil Wasser an so vielen Stellen ausgegeben wird. Natürliches Mineralwasser muss den Gast in der verschlossenen Fertigpackung erreichen. Es wird am Quellort abgefüllt und am Tisch geöffnet.
Umfüllen in Karaffen ist nicht zulässig, und das gilt für den Tagungsraum genauso wie für das Zimmer. Tafelwasser darf offen ausgeschenkt werden. Es wird aus Trinkwasser hergestellt und darf in Karaffe, Krug und Glas.
Auf der Karte und am Buffet darf es dann allerdings nicht als Mineralwasser bezeichnet werden. Praktisch heißt das: Was in Ihren Karaffen steht, ist Tafelwasser, und so muss es auch benannt sein. Ein eigener Name für das Hauswasser löst das besser als der Begriff Tafelwasser, den kaum ein Gast als Qualitätsversprechen liest.
Die Logistik hinter den Kisten
Der Posten, der in keiner Lieferantenrechnung steht. Im Hotel bewegt sich Flaschenwasser über mehrere Etagen: Anlieferung, Keller, Lastenaufzug, Etagenoffice, Zimmer. Dazu Leergut in Gegenrichtung, Pfand und Lagerfläche.
Jede dieser Bewegungen ist Arbeitszeit, und Arbeitszeit wird teurer: Der gesetzliche Mindestlohn liegt seit dem 1. Januar 2026 bei 13,90 € und steigt zum 1. Januar 2027 auf 14,60 €.
Was 80 Zimmer täglich bedeuten
Rechnen wir nur den Zimmerbereich, ohne Frühstück und ohne Bankett. Ein Haus mit 80 Zimmern und 70 Prozent Auslastung hat 56 belegte Zimmer. Bei zwei Flaschen à 0,75 Litern je Zimmer sind das 112 Flaschen am Tag.
| pro Tag | pro Jahr | |
|---|---|---|
| Flaschen | 112 | rund 41.000 |
| Kisten zu zwölf Flaschen | gut 9 | rund 3.400 |
| Wassermenge | 84 Liter | rund 30.700 Liter |
Über 3.000 Kisten im Jahr bewegen sich durch Anlieferung, Keller, Aufzug und Etagenoffice. Und wieder zurück, als Leergut. Mit Karaffen wird daraus eine andere Aufgabe, aber keine kleinere: 56 Karaffen täglich abräumen, spülen und neu befüllen.
Der Unterschied ist, dass diese Arbeit im Haus bleibt und in der Spülmaschine erledigt wird, statt über drei Etagen getragen zu werden. Wer umstellt, sollte deshalb zuerst zwei Dinge klären: Passen die Karaffen in die vorhandene Spültechnik, und wo genau steht die Refillstation auf der Etage?
Wo die Zapfstellen sitzen sollten
Frühstücksbereich, so nah wie möglich am Buffet Bankettküche oder Anrichte, für Karaffen auf den Tagungstischen Etagenoffice, für das Zimmerwasser Bar oder Restaurant, für den verkauften Ausschank Nicht jede Stelle braucht ein eigenes Gerät. Entscheidend ist, dass die Wege kurz sind: Eine Refillstation zwei Etagen entfernt wird nicht benutzt, und dann stehen wieder Kisten im Office.
Verpackung, CO₂ und Berichtspflichten
Zwei Entwicklungen laufen parallel. Regulatorisch. Die EU-Verpackungsverordnung ist seit dem 12. August 2026 anwendbar.
Ab dem 12. Februar 2027 dürfen Gäste eigene Behälter mitbringen und müssen ohne Aufpreis befüllt werden, ab Februar 2028 muss zu Einwegverpackungen aktiv eine Mehrwegalternative angeboten werden, die nicht teurer sein darf. Berichtlich. Eingespartes Verpackungsmaterial und vermiedene Transporte sind Daten, die sich für Nachhaltigkeitsberichte und für Anfragen von Firmenkunden verwerten lassen.
Große Corporate-Kunden fragen im Ausschreibungsprozess inzwischen danach. Unsere Modellrechnung für ein Haus mit 80 Zimmern kommt auf etwa 42.000 € Ersparnis und 4,2 Tonnen vermiedenes CO₂ im Jahr. Das ist unsere Rechnung, kein Prüfbericht.
Sie hängt an Belegung, bisherigem Einkaufspreis und daran, wie viel Wasser heute wirklich über Zimmer, Buffet und Tagung geht.
Häufige Fragen
Lohnt sich eine Tafelwasseranlage im Hotel?
Vor allem dort, wo Wasser nicht verkauft, sondern zur Verfügung gestellt wird: Zimmer, Tagungspauschale, Inklusivfrühstück. Dort steht dem Wareneinsatz kein Erlös gegenüber.
Welche Leistungsklasse braucht ein Hotel?
Ausgelegt wird auf die Frühstücksspitze. Für Häuser mit Bankett und Tagung empfehlen wir 90 bis 150 Liter pro Stunde.
Darf ich Mineralwasser in Karaffen auf die Zimmer stellen?
Nein. Natürliches Mineralwasser muss in der verschlossenen Fertigpackung zum Gast. In der Karaffe darf Tafelwasser stehen.
Wie kommt das Wasser auf die Etagen?
Über Refillstationen auf den Etagen oder über Karaffen, die im Etagenoffice befüllt werden. Das ersetzt den Kistentransport per Aufzug.
Was ändert sich durch die EU-Verpackungsverordnung?
Sie ist seit dem 12. August 2026 anwendbar. Ab Februar 2027 gilt die Pflicht, mitgebrachte Behälter ohne Aufpreis zu befüllen, ab Februar 2028 die Pflicht zur Mehrwegalternative.
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