Tafelwasseranlage: Kosten im Vergleich

Leistungsklasse, Aufbereitung, Bauform und Zapfstelle: So werden Angebote wirklich vergleichbar.

Die Preisunterschiede zwischen Tafelwasseranlagen entstehen an vier Stellen: Leistungsklasse, Wasseraufbereitung, Bauform und Zapfstelle. Der größte Hebel ist mit Abstand die Leistungsklasse. Bauform und Zapfstelle verschieben den Preis spürbar, aber nicht in derselben Größenordnung. Deshalb steht hier keine Preisliste, sondern die Logik dahinter. Wer sie kennt, erkennt in zwei Angeboten sofort, warum sie sich unterscheiden, und ob sie überhaupt dasselbe enthalten.

Die vier Kostentreiber, nach Gewicht sortiert

  1. Die Leistungsklasse. Wie viele Liter pro Stunde die Anlage liefert, entscheidet am stärksten. Der Sprung von 20 auf 40 Liter pro Stunde kostet mehr als jede andere Entscheidung in diesem Text.
  2. Die Wasseraufbereitung. Mechanische Filtration oder Umkehrosmose. Zwischen beiden Varianten liegt bei gleicher Leistung ein deutlicher Aufpreis.
  3. Die Bauform. Standgerät, Auftisch oder Untertisch. Untertischgeräte sind beim Gerät selbst günstiger, weil Gehäuse und Zapfstelle fehlen.
  4. Die Zapfstelle. Bei Untertischanlagen ein eigenes Bauteil, beim Auftischgerät bereits eingebaut.

Wer zwei Angebote nebeneinanderlegt und nur auf die Endsumme schaut, vergleicht in der Regel vier verschiedene Entscheidungen auf einmal.

Die Bauformen im Vergleich

BauformZapfstelleArbeitsplatteSichtbarTypisch für
Standgeräteingebautfreiganzes GerätFlure, Empfang, Flächen ohne Küchenzeile
Auftischgeräteingebautbelegtganzes GerätTeeküchen ohne Unterschrank
Untertisch mit Armaturseparate Mehrwege-Armatur am Beckenfreinur die ArmaturKüchen mit Spüle und Unterschrank
Untertisch mit Zapfsäuleseparate Säule auf der Plattefrei bis auf die Säulenur die SäuleTheken, Empfang, Stellen ohne Becken

Ein Untertischgerät ist kompakter, als die meisten erwarten. Ein Gerät der 20-Liter-Klasse misst rund 195 × 420 × 420 Millimeter und passt damit in einen normalen Unterschrank. Es darf bis zu drei Meter von der Zapfstelle entfernt stehen.

Die Zapfstelle gehört in den Vergleich

Hier entsteht der häufigste Vergleichsfehler. Ein Untertischgerät wirkt im Angebot günstiger als ein Auftischgerät. Nur zapft es allein noch nichts.

Zur Untertischanlage gehört immer eine Zapfstelle, und dafür gibt es zwei Wege: Die Mehrwege-Armatur. Sie sitzt am Spülbecken und gibt still, sprudelnd und normales Leitungswasser aus einem Auslauf. Sinnvoll überall dort, wo ohnehin eine Spüle steht.

Die Zapfsäule. Eine eigenständige Säule auf der Arbeitsplatte oder Theke, die selbst zapft. Sie braucht kein Becken darunter und ist damit die Lösung für Theken, Empfangstresen und Stellen, an denen kein Spülbecken ist.

Beide sind vollwertige Zapfstellen, keine Zubehörteile. Rechnen Sie deshalb immer Gerät plus Zapfstelle, wenn Sie eine Untertischanlage gegen ein Auftischgerät stellen.

Mit oder ohne Osmose

Bei gleicher Leistung gibt es Anlagen in zwei Aufbereitungsstufen, und der Preisunterschied ist erheblich. Mechanische Filtration. Ein Aktivkohleblock bindet Chlor, Gerüche, Geschmacksstoffe und Schwebstoffe.

Gelöste Mineralien und Kalk bleiben im Wasser. Umkehrosmose. Ein Großteil der gelösten Stoffe wird zusätzlich entfernt.

Relevant bei hartem Wasser, wenn Kalk der Technik zusetzt, oder wenn ein gleichbleibender Geschmack gefordert ist, etwa in der Gastronomie neben Kaffee und Espresso. Entschieden wird das nicht im Katalog, sondern an der Wasserhärte Ihres Standorts. Sie steht im Trinkwasserbericht des Versorgers, nachgesehen in zwei Minuten.

Bei weichem Wasser zahlen Sie einen Aufpreis für eine Aufbereitung, die niemand schmeckt. Bei hartem Wasser sparen Sie ihn an der falschen Stelle und tauschen dafür früher Bauteile.

Welche Leistungsklasse Sie brauchen

Die Klasse richtet sich nicht nach der Tagesmenge, sondern nach der Spitze. Der Bedarf kommt in Wellen: morgens, vor dem Mittag, nach der Pause.

LeistungPasst für
20 l/hBüros und Praxen bis etwa 20 Personen, kleine Cafés
40 bis 60 l/hBüros bis etwa 150 Personen, Restaurants, Bars, Hotels
90 bis 150 l/hKantinen, Bankett, Produktion, Veranstaltungsflächen

Beachten Sie, dass die Angabe pro Stunde gilt, nicht pro Tag. Eine Anlage mit 20 Litern pro Stunde liefert über einen Arbeitstag weit mehr, als ein Büro dieser Größe trinkt. Eng wird es nur in der halben Stunde nach der Mittagspause, wenn zwanzig Leute nacheinander ihre Flasche füllen.

Zwei Fragen helfen bei der Einordnung: Wie viele Personen holen sich innerhalb einer halben Stunde Wasser, und wie viel nimmt jede mit? Eine Flasche mit 0,75 Litern für zwanzig Personen sind 15 Liter in einer halben Stunde. Hochgerechnet ist das ein Bedarf von 30 Litern pro Stunde, also mehr, als die kleinste Klasse dauerhaft liefert.

Genau so entsteht lauwarmes Wasser in einem Büro, dessen Tagesmenge rechnerisch längst gedeckt wäre. Eine zu klein gewählte Anlage merkt man nicht an der Rechnung, sondern daran, dass um zwölf lauwarmes Wasser kommt. Nachrüsten ist teurer, als gleich eine Klasse größer zu kaufen.

Was oft nicht im Angebot steht

CO₂-Flasche. Meist nicht im Lieferumfang. Übliche Größen sind 2, 6 und 10 Kilogramm, dazu kommt der spätere Tausch.

Druckminderer und Wasserstopp. Bei Untertischanlagen häufig bauseits zu stellen. Wasseranschluss.

Üblich ist ein 3/4-Zoll-Gewinde bei 2 bis 3 bar Leitungsdruck. Filterwechsel. Beim Neugerät vorinstalliert, danach Verbrauchsmaterial nach Intervall oder Durchflussmenge.

Wartung und Hygienenachweis. Beim Kauf Ihre Aufgabe, im Mietmodell Teil des Vertrags. Installation.

Am vorhandenen Anschluss in der Regel rund 90 Minuten. Diese Posten erklären die meisten Preisunterschiede zwischen zwei Angeboten, die auf den ersten Blick dasselbe Gerät enthalten.

Kaufen oder mieten

Rechnerisch dreht sich die Rechnung nach einigen Jahren zugunsten des Kaufs, weil die Monatsrate weiterläuft und der Kaufpreis einmalig anfällt. Praktisch entscheiden drei andere Fragen:

  1. Ist Ihr Budget investiv oder laufend? Miete braucht keine Investitionsfreigabe und belastet die Liquidität gleichmäßig.
  2. Wer organisiert Wartung, Filterwechsel und Hygienenachweis? Im Mietmodell der Anbieter, beim Kauf Sie.
  3. Wie sicher ist der Standort? Wer in einem Mietobjekt mit unklarer Perspektive sitzt, kauft sich mit dem günstigeren Rechenweg ein Gerät, das beim Umzug im Weg steht.

So machen Sie zwei Angebote vergleichbar

Fragen Sie beide Anbieter dasselbe ab, dann lösen sich die meisten Unterschiede auf: Welche Leistung in Litern pro Stunde, und für wie viele Personen ausgelegt? Mechanische Filtration oder Osmose? Ist die Zapfstelle enthalten, und welche Art?

Sind CO₂-Flasche, Druckminderer und Wasserstopp dabei? Ist die Installation enthalten, und was passiert, wenn kein Anschluss in Reichweite liegt? Wartung, Filterwechsel und Hygienenachweis: enthalten, optional oder Ihre Sache?

Bei Miete: Mindestlaufzeit und Kündigungsfrist? Ein Angebot, das diese sieben Punkte nicht beantwortet, ist keine Grundlage für einen Vergleich.

Häufige Fragen

Wovon hängt der Preis einer Tafelwasseranlage ab?

Von der Leistung in Litern pro Stunde, der Wasseraufbereitung, der Bauform und der Zapfstelle. Die Leistungsklasse ist der größte Posten.

Warum ist ein Untertischgerät günstiger als ein Auftischgerät?

Weil beim Auftischgerät Gehäuse und Zapfstelle im Gerät stecken. Bei der Untertischanlage kommen sie als eigenes Bauteil dazu.

Brauche ich zur Untertischanlage eine Armatur?

Nur wenn Sie am Spülbecken zapfen wollen. Alternativ übernimmt eine Zapfsäule auf der Arbeitsplatte diese Aufgabe, ganz ohne Becken.

Wann lohnt sich Osmose?

Bei hartem Wasser und dort, wo ein gleichbleibender Geschmack gefordert ist. Bei weichem Wasser ist der Aufpreis meist nicht gerechtfertigt.

Wie groß ist ein Untertischgerät?

Ein Gerät der 20-Liter-Klasse misst rund 195 × 420 × 420 Millimeter und darf bis zu drei Meter von der Zapfstelle entfernt stehen.

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